Luzerner Theater: Dancemakers Series #6 Choreografien aus dem Tanzensemble, veröffentlicht auf www.innerschweizonline.ch, www.bochumer-zeitung. net und www.leonardwuest.en-a.ch/

Dancemakers Series #6 Choreografien aus dem Tanzensemble

Besetzung:

Cecilia Castellari, Chiara Dal Borgo, Samuel Déniz Falcón, Rachel P. Fallon, Chuck Jones, Rachel Lawrence, Iacopo Loliva, Salome Martins, Marco Rizzi, Aurélie Robichon, Anton Rosenberg, Eduardo ZúñigaRezension:

Es ist zur Tradition geworden, dass sich die Tänzerinnen und Tänzer des Tanzensembles «Tanz Luzerner Theater» am Ende der Saison selber choreografisch ausdrücken können. «Dancemakers» heisst die Serie und dient, wie es das Programm erklärt, als «experimentelle Plattform, der keine Grenzen gesetzt sein sollen.»

Choreografie Davidson Farias Abbildung Ensemble «Tanz Luzerner Theater»

Die Grenzen sind denn auch fliessend zwischen Tanz und Schauspiel, zwischen Experiment und Vertrautem in den 7 Choreografien, welche im Südpol in Luzern gezeigt wurden. Es wird viel experimentiert, teilweise auch etwas provoziert. Es sind ganz unterschiedliche Geschichten, mit Video-Einspielungen, gesprochenen Einlagen, Geräusch-Teppichen, es sind Solis und Stücke fürs ganze Ensemble, ein kleines Feuerwerk an Uraufführungen. In «Five» verarbeitet Cecilia Castellari – übrigens die einzige Frau, welche an diesem Abend eine Choreografie präsentiert – eine Art Kindheits-Wahntraum, in welchem sie, gefangen in einem Meer von Plüschtieren, in die Babyphase zurückfällt. «Skipping over Damaged Area» von Anton Rosenberg ist ein witziger Tanz mit und ums Sofa, Chuck Jones lässt Salome Martins in «Psalomoi» den Song «AA XXX» von Peaches interpretieren in einem Ballett für Hände und Arme, die Beine bleiben für einmal mehr dekoratives Element, ein spezieller Ansatz in einem Tanzstück, vielleicht eine Art Wunschtraum am Ende einer langen Saison? «Pawn of his Own» dagegen wieder vertrautes Terrain, hier zeigen die Tänzer das, wofür man sie immer wieder bewundern konnte in der vergangenen Saison: Eine verspielte Leichtigkeit in komplexen Bewegungen und Hebungen, dies gepaart mit Harmonie, Präzision und Poesie. «I Noticed» von Samuel Denis Falcon stellt die zusätzliche Herausforderung an die Tänzerinnen und Tänzer, während des Tanzens auch zu sprechen. Falcon spielt mit dem Licht, setzt die Tänzer so in Szene, dass ein Eindruck von Kühle entsteht, von einer Art Entfremdung, einem Nicht-ganz-da sein und kreiert wunderschöne Skulpturen-Bilder. Iacopo Loliva interpretiert sein Stück «Red, White, One, Water and Salt, Two, Touch, Voice, Three, Throat, Secrets, Wrist, Shoulder, Heads, Hands, Love» gleich selber. Verstörend, hart, direkt, mit Videoinstallationen, teilweise mehr Schauspiel als Tanz. Den Abschluss machte «Khora» von Davidson Farias, ein Stück fürs ganze Ensemble, ebenfalls eine spezielle Herausforderung, 12 Tänzer auf der kleinen Bühne des Südpol so einzusetzen, dass die Bewegungen und Schritte nicht eingeschränkt wirken. Mit den archaisch anmutenden Kostümen ergab sich ein wunderschönes Abschlussbild.

Das Spannende an diesen «Dancemaker Series» ist, dass man die Tänzerinnen und Tänzer, welche man eine Saison lang in diversen Stücken erlebt und bewundert hat, sozusagen auf privater Basis antrifft, dass man einen kleinen Einblick in ihr Denken, in ihre Visionen des modernen Tanzes bekommt, davon, was für sie auch Tanz sein kann: Eine Interaktion von Video-Installationen, gesprochenem Wort, Geräuschkulissen. Da dürfen auch mal Plüschtiere fliegen und übermässig hohe Stöckelschuhe und Lackleder getragen werden, oder auch gar nichts. Durch die Nähe der Tänzer auf der kleinen Bühne scheint es, als wäre man für einen kurzen Moment, für einen Tanzabend, bei ihnen eingeladen um mit ihnen zu feiern: Das Ende der Saison, für einige der Anfang von etwas Neuem, fürs Publikum die Vorfreude auf die nächste Spielzeit mit einer faszinierenden Truppe.

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