luzerner theater: begeisternder balletabend : snap, crackle, pop! veröffentlicht auf www.innerschweizonline.ch und www.bochumer-zeitung.net

 

homepage des luzerner theaters durch klick erreichbar

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für den ballettabend  «snap, crackle, pop!» hat die künstlerische leitung des luzerner theaters, kathleen mcnurney, zwei gastchoreografen verpflichtet, den amerikaner maurice causey und den österreicher georg reischl. sie haben der jungen compagnie vier spannende stücke auf den leib geschrieben.

 

ensemble tanz des luzerner theater

ensemble tanz des luzerner theater

für «howl» liess sich maurice causey von allan ginsbergs gleichnamigem epos und der beatgeneration der 50iger und 60iger jahre inspirieren. das abstrakte ballett erzählt keine geschichte, zeigt emotionen und baut dynamiken auf. die rein elektronische komposition von gabriel prokofjew unterstreicht den zorn und die aggressivität dieser revolutionären zeit. es geht   um annäherung und verschmelzung in der gruppe, gleichzeitig auch um ausgrenzung. die themen werden umgesetzt durch uniforme, silbrig-graue trikots aber vor allem durch die präzision und das zusammenspiel der tänzerinnen und tänzer.  titel und kostüme spielen zwar auf wölfe an. wenn sich die tänzerinnen und tänzer aber wie zusammengeschweisst über den bühnenboden schieben, denkt man unweigerlich an einen schwarm unheimlicher insekten.  das spiel mit dem licht lässt bilder von einer kühlen schönheit entstehen, lichtkegel suchen die tänzerinnen und tänzer, kreisen sie ein, schieben sie an den rand und lassen sie auf sich zusammenziehenden und verschmelzenden gitterlinien herumirren.

 

rachel lawrence

rachel lawrence

 

 

 

 

 

 

ganz anders das zweite stück,  «cock-a-doodle-doo». rachel lawrence erinnert anfänglich an eine dieser elfen auf einer musikdose,  bevor sie sich in ihrem kleid aus paillettenstoff  kokettierend ans publikum wendet und zeigt, was sie alles drauf hat. sie dreht pirouetten, springt, hüpft, prüft immer wieder, wie sie ankommt mit einem blick über die schulter, einem verschwörerischen lächeln, verzückt und verzückend, eine  unglaublich starke technische und tänzerische leistung.

in „ zwischen3raum“ von georg reischl geht es um eine dreierbeziehung. die zwei tänzer und die tänzerin kommen sich näher,  geraten aneinander, ineinander, versuchen sich zu dritt, finden und lösen sich, ein hin- und her, eine unentschlossenheit, man versucht, sich abzulenken, einzugreifen. ein faszinierendes stück, untermalt mit der ruhigen musik von michiel jansen, welche die von reischl angestrebte entschleunigung und langsamkeit perfekt unterstreicht. sehr überzeugend interpretiert von cecilia de madrazo abad, davidson farias und ihsan rustem.

 

 

 

«7,8 .» ist wiederum das totale gegenstück, laut, jung, ausgelassen .  die tänzerinnen und tänzer feuern sich gegenseitig an,  klatschen, schnippen mit den fingern, singen. sie produzieren sich voreinander, imitieren und beobachten sich, hungrige, neugierige junge menschen auf der suche nach immer wieder anderen bewegungsmustern. dies zu den mitreissenden rhythmen von michiel jansen.  man ertappt sich doch wahrhaftig dabei, dass man beim hinausgehen unter der türe des luzerner theaters kurz über eine drehung, ein paar tanzschritte nachdenkt.

 

ensemble tanz des luzerner theaters

ensemble tanz des luzerner theaters

ein wundervoller abend mit einem wundervollen ensemble, welches auch anlässlich dieser zweiten aufführung sehr viel herzlichen, warmen applaus erntete.
 

 

 

 

 

fotos: www.luzernertheater.ch, ida zennawww.zenna.de

 

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