Lucerne Festival im Sommer:Sinfoniekonzert 10 Luzerner Sinfonieorchester | James Gaffigan | Midori, veröffentlicht auf www.innerschweizonline.ch und www. bochumer-zeitung.net

Luzerner Sinfonieorchester

 

Besetzung: Luzerner Sinfonieorchester | James Gaffigan Dirigent | Midori Violine

Programmation:

Carl Maria von Weber (1786-1826)
Ouvertüre zur romantischen Oper Oberon

Johannes Maria Staud (*1974)
Oskar (Towards a Brighter Hue II). Musik für Violine und Orchester
Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL, des Luzerner Sinfonieorchesters, des Konzerthauses Wien und des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien

Franz Schubert (1797-1828)
Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 Grosse C-Dur-Sinfonie

Rezension:

James Gaffigan, Dirigent

Auf dem Programm des 10. Sinfoniekonzertes vom letzten Mittwoch standen zwei bekannte Werke und eine Uraufführung. Als erstes erklang die Ouvertüre zu Oberon von Carl Maria von Weber. Diese basiert auf dem gleichnamigen Epos von Christoph Martin Wieland, welches Elemente aus Shakespeares «Sturm» und der Komödie «Ein Sommernachtstraum» aufgreift. Der Verschmelzung aus Ritter- und Märchenwelt, Exotismus und Romantik, welche Weber mit diesem Werk anstrebte, wurde das Luzerner Orchester unter der Leitung von James Gaffigan absolut gerecht. Die Hornklänge eingangs und die schmelzenden Streicher hatten durchaus etwas Märchen- und Feenhaftes und liessen Bilder von verzauberten Wäldern aufkommen. Ausdrucksstarke Passagen ohne Pathos wechselten mit tänzelnden, leichtfüssigen Momenten. Diese schienen den Dirigenten sichtlich zu beschwingen, führte er doch die Musiker teilweise selber hin und her wiegend und leicht tanzend durch das Werk, was vielen Zuhörern ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Midori, Solistin Violine, Artiste étoile

Ganz anders die Stimmung bei der Uraufführung des Werkes des Composers in residence, Johannes Maria Staud. «Die Geige zum Verglühen bringen» soll seine Komposition «Oskar, Towards a brighter Hue II». Staud hat dieses Stück eigens für Midori komponiert. Drei Schlagzeuger und ein Streichorchester begleiteten die zierliche Geigerin in diesem überaus anspruchsvollen Werk. Das gesteigerte Pizzicato der Streicher und die Glockentöne hatten eingangs etwas leicht bedrohliches, Töne fielen wie Tropfen, Midori hauchte sie hin, flüstert sie, legte einen ganzen Teppich aus, dies mit unglaublicher Präzision und Reinheit und in sphärischen Höhen, wo man solches nicht erwartet. Über ihr Instrument gebeugt, in höchster Konzentration, liess sie ihren Bogen über die Saiten rennen, hüpfen, schleichen, schrammen, manchmal unterstrichen mit einem Fussstampfen. Oft blieb die Violine Teil des Ganzen, dann wieder ging sie über in einen Dialog mit den Schlagzeugen, oder wurde von diesen aufgefangen. Ab und zu schlich sich das Orchester an, schleifte über Tonleitern, verfiel in ein Grollen, aus welchem zuletzt ein höchst virtuoses Solo aufstieg, das Midori einerseits alles abzuverlangen schien, andererseits mit einer unglaublichen Leichtigkeit daherkam. Das Stück liess die Zuhörer irgendwie rast- und atemlos zurück, aber auch fasziniert.

Schuberts Sinfonie Nr. 8 in C-Dur, die Grosse C-Dur-Sinfonie, war nach der Pause wie eine Oase, erholsam, man konnte sich gehen lassen in den wundervollen Klängen mit den vielen Wiederholungen. Auch hier war wieder diese Leichtigkeit zu spüren, das Tänzerische, Verspielte. Gaffigan hielt die Musiker im Zaum, liess ihnen aber dann im 3. Satz die Freiheit, das Volumen voll zu entfalten. Die Bläser des Luzerner Orchesters waren besonders grossartig an diesem Abend, das Publikum dankte mit einem warmen, langanhaltenden Applaus.

Fotos: www.lucernefestival.ch

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