Migros Kulturprozent Tanzfestival Steps: «L-E-V» mit «HOUSE» im Luzerner Theater, veröffentlicht auf www.innerschweizonline.ch und www.bochumer-zeitung.net

«L-E-V» mit «HOUSE»

Im Rahmen des Tanzfestivals Steps zeigte die Choreographin Sharon Eyal mit der von ihr und Gai Behar im 2012 gegründeten Compagnie L¬E¬V im Luzerner Theater das Stück «House».

Es mutet etwas seltsam an, wenn einerseits die Tänzer des Luzerner Theaters an einem Ballettabend selber im Saal sitzen, andererseits an der Eingangstüre zum Theatersaal Oropax angeboten wird. Aber es war eben alles etwas anders an diesem Abend. Die Bässe der Technomusik von Ori Lichtik seien ziemlich durchdringend, meinte die Dramaturgin und Compagnie Managerin des Luzerner Tanzensembles Lucie Machan in ihrer Einführung, und der Tanzstil, «Gaga» genannt, speziell. Eine Übung z.B. bestehe darin, dass die Tänzer sich vorstellen, ein Ball rolle dem Körper entlang, dem folgen sie in ihren Bewegungen.

Steps Solotänzerin

Das Stück beginnt mit schemenhaften, beigefarbenen Figuren im Lichtkegel einer Deckenlampe. Aus diesem neblig-gelblichen Licht schälen sich mit der Zeit alle 8 Tänzer, tanzen mal synchron, mal schiebt sich einer in den Vordergrund, mal bilden sich Paare. Oft fangen sie an mit ganz normalen, klassischen Bewegungen, um sich dann in unglaublichen Biegungen, Wellenbewegungen, Verrenkungen, Verschiebungen von Becken, Füssen, Beinen, Händen, Armen zu verlieren, teilweise roboterhaft eckig, dann wieder fliessend poetisch. Da bewegt sich alles mit- und doch losgelöst voneinander, Hände fliegen, Finger stehen zitternd im Raum, Becken scheinen sich loslösen zu wollen, Wangen beben, Wellen gehen durch den ganzen Körper. Es wird getanzt mit allem, was zur Verfügung steht, auch mit Gesicht, Augen, Zunge.

Ausdrucksvolle Tanzimpression

Es sind nicht wirklich Geschichten, die sich da abspielen, viel mehr Emotionen. Da wird gelitten, geliebt, begehrt, da wird geschrien, gekämpft, da ist Lust, Leidenschaft, Angst, Demut, Neugier. Als Zuschauer verliert man sich ab und zu fasziniert im Betrachten eines Tänzers, eines Paares, einer Emotion und verpasst, was drum herum geschieht.

Choreografin Sharon Eyal

Die Trikots der Tänzer, enganliegend wie eine zweite Haut, lassen jede Bewegung mit verfolgen und unterstreichen sie. Die Choreografin selber tritt in ihren Soloauftritten in glänzendem Schwarz auf, was je nach Beleuchtung den Fokus auf ihre Hände und ihr Gesicht legt und sie wie körperlos erscheinen lässt. Die Lichttechnik ist faszinierender Bestandteil des Stücks: manchmal lässt sie die Tänzer nur schemenhaft im Nebel erahnen, dann wieder werden nur einzelne Körperteile beleuchtet, Unterschenkel, Gesicht, Hände. Das kann bedrohlich wirken, beängstigend, befremdlich, ausserirdisch, aber immer faszinierend.

Choreograf Gai Behar

Als Zuschauer bleibt man hochkonzentriert, beinahe atemlos. Im letzten Stück zur etwas leichter zugänglichen Musik passiert dann eine Art Auflösung, man lehnt sich zurück, geniesst das Spiel mit dem Licht, die ungewohnten Bilder. Und hat man sich anfänglich bei den ersten Takten gefragt, ob man das 60 Minuten durchstehen wird, fragt man sich am Schluss, wenn der schwarze Vorhang ganz langsam die letzten zwei Tänzer in den Boden zu drücken scheint, wie es möglich ist, dass bereits eine Stunde vergangen sein soll.

Die Compagnie L¬E¬V wurde vom Publikum im fast ausverkauften Theater frenetisch gefeiert!

Fotos  http://2012.steps.ch/Hintergrund/Steps

http://www.luzernertheater.ch/

http://www.migros-kulturprozent.ch/

 

Kurzfilm Interview mit den Choreografen der Produktion der Produktion:

http://art-tv.ch/10730-0-Tanzfestival-Steps-2014-Interview-LEV.html?reg=3144

www.innerschweizonline.ch

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